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Deutsch-vietnamesische Wirtschaftsbeziehungen: Starke Dynamik, klare Prioritäten

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Deutschland und Vietnam setzen beim JEC-Treffen in Hanoi Schwerpunkte für eine intensivere wirtschaftliche Zusammenarbeit.

JEC - November 2025
Copyright: MoIT Vietnam

Die deutsch-vietnamesischen Wirtschaftsbeziehungen vertiefen sich stetig – getragen von gemeinsamen Interessen, dynamischen Marktbedingungen und globalen Herausforderungen. Dies wurde beim jüngsten Treffen des Gemeinsamen Wirtschaftsausschusses (JEC) in Hanoi deutlich, bei dem hochrangige Vertreter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) sowie des vietnamesischen Ministeriums für Industrie und Handel (MoIT) zusammenkamen.

 

Die AHK Vietnam, langjähriger Partner des BMWE, war aktiv an der Delegation beteiligt. Unter der Leitung von Hauptgeschäftsführer Peter Kompalla brachte die AHK Vietnam praxisnahe Einblicke, Best-Practice-Beispiele und konkrete Empfehlungen für eine stärkere bilaterale Zusammenarbeit ein.

Eine strategische Partnerschaft mit wachsender Bedeutung

Deutschland ist Vietnams wichtigster Handelspartner innerhalb der EU, während Vietnam zunehmend als attraktiver Standort für deutsche Investitionen und technologische Kooperationen gilt. Mit über 100 Millionen Einwohnern und einer schnell wachsenden Wirtschaft ist Vietnam ein Schlüsselakteur in der ASEAN-Region. Deutsche Unternehmen profitieren bereits von positiven Erfahrungen vor Ort, und die Bundesregierung unterstützt das weitere Engagement durch Strategien zur Marktdiversifizierung, Rohstoffsicherheit, Digitalisierung und industriellen Partnerschaften.

 

Aus den JEC-Gesprächen gingen drei Prioritätsbereiche hervor, die für die Wettbewerbsfähigkeit und die langfristigen Chancen deutscher Unternehmen in Vietnam entscheidend sind:

1. Tempo und Größe bei Infrastrukturprojekten

Vietnam treibt große Infrastrukturvorhaben wie urbane Verkehrssysteme und die landesweite Modernisierung des Eisenbahnnetzes voran. Deutsche Unternehmen bieten international anerkannte Expertise und Lösungen, insbesondere in der Schienenverkehrstechnik und Stadtentwicklung.

 

Der JEC hob zwei Vorzeigeprojekte als Beispiele für diese Zusammenarbeit hervor: Siemens und Gerkan, Marg und Partner bewerben sich um den Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt, und ein deutsches Unternehmen treibt ein Wolfram-Bergbauprojekt voran. Für Projekte dieser Größenordnung sind eine zeitnahe politische Abstimmung, schnelle Genehmigungen und effiziente Finanzierungsmechanismen entscheidend.

2. Grüne Industriepartnerschaften

Deutschlands führende Rolle in den Bereichen erneuerbare Energien, Industrie 4.0 und Wasserstofftechnologien passt hervorragend zu den Net-Zero-Zielen Vietnams und dessen Engagement für nachhaltige Entwicklung. Die AHK Vietnam fördert skalierbare Technologiepartnerschaften und duale Ausbildungsprogramme, die auf die grüne Transformation der Industrie ausgerichtet sind.

 

Um das volle Potenzial klimafreundlicher Investitionen auszuschöpfen, betonte der JEC die Notwendigkeit schnellerer Genehmigungsverfahren und transparenter Ausschreibungsprozesse. Diese Schritte sind unerlässlich, um innovative und nachhaltige Lösungen zügig umzusetzen.

3. Fachkräfte und Kompetenzen für die Zukunft

Mit der Expansion deutscher Unternehmen in Vietnam gewinnt die Qualifizierung von Arbeitskräften zunehmend an strategischer Bedeutung. Das Bosch-TGA-Modell steht beispielhaft für eine erfolgreiche duale Berufsausbildung, die an die lokalen Bedingungen angepasst ist.

 

Die AHK Vietnam schlug die Einrichtung einer strukturierten „Deutsch-vietnamesischen Kompetenzpartnerschaft“ vor, um Aus- und Weiterbildungsinitiativen gezielt auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Unternehmen abzustimmen. Eine solche Partnerschaft würde den Zugang zu qualifiziertem Personal für komplexe Industrieprojekte und technologische Innovationen sicherstellen.

Ausblick

Der Gemeinsame Wirtschaftsausschuss bekräftigte das gemeinsame Engagement Deutschlands und Vietnams, die erfolgreiche Partnerschaft weiter auszubauen. In einem sich verändernden geopolitischen und wirtschaftlichen Umfeld sehen beide Länder klare Chancen, die Zusammenarbeit in strategischen Bereichen wie Infrastruktur, Energie, Digitalisierung und Rohstoffsicherheit zu vertiefen.

 

Vietnam bleibt ein dynamischer und verlässlicher Partner für deutsche Unternehmen und bietet Zugang zu einem großen Konsumentenmarkt, politischer Stabilität und wachsender Nachfrage nach hochwertigen Lösungen. Mit starker institutioneller Unterstützung und aktiver Einbindung über Plattformen wie den JEC sind die deutsch-vietnamesischen Wirtschaftsbeziehungen bestens aufgestellt für nachhaltiges Wachstum und gegenseitigen Nutzen.

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